Beaglediplom

09.10.2004

Hattingen

Prüfungsleiter: Willi Keller

Prüfer: Helmut Seitz/ Jörg Scheurenbrand

 


Das Beagle-Diplom am 09.10.2004 in der Landesgruppe Ruhrgebiet:
Erlebnisbericht von Sabine Otto:



So, da war er, der Tag X, auf den wir hingearbeitet haben und den wir herbeigesehnt haben, aber den wir auch schon 1000 mal verflucht haben.
09.10.04, ich hatte eine bescheidene Nacht, um 9.30 Uhr soll die Prüfung starten, worauf habe ich mich da nur eingelassen, war ich noch ganz bei Sinnen? Na ja, es gibt jetzt kein Zurück mehr, wir haben uns über Wochen mit 10 anderen Teams vorbereitet, und jetzt werden wir dadurch müssen. Ich hatte im Kopf schon sämtliche
Horrorszenarien abgespielt: Olli pinkelt an die Slalomstangen, er springt nicht über die Hürde, er kommt nicht beim Abrufen, er kriegt die Nase nicht hoch und ist unaufmerksam....was kommt einem nicht alles in den Kopf.

Mit Steffi und Beagle Pauline fuhren Olli & ich schon sehr früh los, damit wir in aller Ruhe noch mal die Strecke für den Verkehrsteil ablaufen konnten.

Einer war nervöser als der andere, aber als die restlichen Teams eintrafen, merkten wir schnell, dass selbst der "coolste" Teilnehmer irgendeine "Angstübung" hatte.

Willi Keller, unser Trainer hatte in aller Frühe den Slalom und die Hürden abgesteckt und machte der Gruppe noch einmal Mut und mahnte uns zur Ruhe und zeitigen Vorbereitung. Ja, und dann kamen sie, unsere Prüfer (ich hatte ja im Stillen gehofft, sie finden den Platz nicht). Wie sich dann aber während der Prüfung rausstellte waren die Herren Helmut Seitz und Jörg Scheurenbrand absolut freundlich, kompetent und nahmen uns auch mit ihrer offenen Art etwas von der Angst.

Der komplette Vorstand der Landesgruppe war vertreten, denn wo gehen schon 11 Teams auf einen Schlag zum Beagle-Diplom? Und dann ging´s los:

Wir hatten jeder eine ausgeloste Startnummer, stellten uns mit Hund bei den Prüfern vor und wurden dann zum Slalom geschickt. Olli und ich hatten die Startnummer 7. Jeder, der zurückkam, wurde von mir beneidet, dass er es hinter sich hatte, und dann mussten wir los.

Bevor ich mich bei den Angaben, die ich zu machen hatte, verhaspelte, gab ich direkt den Zettel ab, wechselte ein paar Worte mit den Prüfern und ging zum Slalom. "Olli, Sitz!" und los ging´s... nur nicht stehen bleiben... bloß nicht im Slalom verlaufen... noch 2 Stangen, dann kommt die Hürde... "Olli, hopp!"... super, er läuft nicht vor... noch mal Hürde, Slalom, dann in die Menschengruppe... "Olli, sitz!" ... warten... "Fuß", und ab zum Richter.

Ich bin einfach nur froh, mir ist nix aufgefallen, was nicht in Ordnung war. Herr Seitz sagte: Ganz hervorragend!... Träume ich?... Nein, ich klopfe überglücklich dem Prüfer auf den Arm, höre noch "4 Punkte", mir kommen fast die Tränen, und wir gehen wieder zu unseren Mitstreitern.

Marlis kommt mit Jack vom Slalom zurück und macht ein Gesicht, als hätte man ihr gerade das Abi-Zeugnis ausgehändigt.

Tanja bereitet sich ruhig und konzentriert vor, und alle schaffen es. Die erste Aufgabe wäre erledigt.

Aufgabe 2 war "das Ablegen in einem Kreis aus Personen", an sich ja nicht so ein Problem, nur die Leute kommen auf Hund und Halter zu, und der Hund soll liegen bleiben. Auch bei dieser Übung konnte man
wieder beobachten, dass die Prüflinge sich gegenseitig ermutigten und sich jeder gewissenhaft kurz vor seinem Start noch mit dem Hund vorbereitete. Auch hier haben alle Teams bestanden.

Jetzt kam die Sache mit dem Lärm. Wir gingen in Richtung Prüfer, der Hund wurde abgeleint, und der Halter entfernte sich ein Stück, während Willy Keller mit einem Hammer auf ein Metallteil schlug. Sinn des Ganzen war es, zu überprüfen, ob die Hunde empfindlich auf Lärm reagieren.

Nun sah man auch bei Frank einen Hauch von Zweifel im Gesicht, denn Watson hatte die letzten Male bellend und weglaufend auf diese Hämmerei reagiert. Aber wenn die Generalprobe daneben geht, klappt die Premiere. Watson saß wie ein Denkmal und ließ sich durch den Lärm nicht beirren, wie alle anderen Hunde auch.

So langsam keimte Hoffnung auf bei allen Teams... wenn wir schon soweit sind, dann könnte es doch klappen... wäre ja ärgerlich, wenn jetzt was daneben ginge...

Aufgabe 4 war das Abrufen. Mir rutschte das Herz in die Hose, als ich bei Team 1 sah, wie lange Frank warten musste, bis er seinen Hund abrufen durfte. Das hatten wir doch ganz anders geübt... Angstschweiß, ... Herzrasen,... und die Gewissheit: Das macht Olli nicht,... aber wir mussten es versuchen. Olli wurde von den
anderen gerufen und lief direkt zu Steffi, saß wie ein kleiner Buddha vor und wartete auf was auch immer. Neben mir verzweifelten die Richter fast, weil Olli nicht umherlief, sondern einfach sitzen blieb. Dann (mir kam es wie eine halbe Stunde vor) durfte ich ihn abrufen, und Olli drehte um, direkt zu mir, saß vor und ging ins Fuß. Mir fiel ein Stein vom Herzen, 4 Punkte und schnell zurück zu den anderen, bevor sich die Herren Seitz und Scheurenbrand das noch mal überlegen.

Alle Hunde kamen ganz toll zurück, und wir verließen den Platz, um auf der Straße den Verkehrteil zu absolvieren.

Ich gebe zu, dass ich immer noch hoffte, das Fahrrad würde nicht funktionieren, aber Jürgen Jamelle hatte keinerlei Schwierigkeiten. Willi Keller überzeugte die Prüfer von der abzulaufenden Strecke, und die Teams gingen der Reihe nach an den Start.

 

Von Jutta hörte ich dann den Satz: Das ist ja schlimmer als eine Examensarbeit. Ich sage ja, bei jedem war irgendwann mehr oder weniger Angst/ Unsicherheit zu erkennen.

Alle Teams haben den Verkehrsteil super geschafft, und jetzt war es jedem bewusst: Nur noch Platzablage, dann ist es vorbei.

Immerhin mussten die Hunde 5 Minuten liegen bleiben, und 5 Minuten können ganz schön lang werden.

Wie dem auch sei, die Teams 1-5 kamen zuerst dran, und es klappte. Sicher hat sich mal der eine hingesetzt, der nächste hat mal gebellt, einer gejault, aber sie sind geblieben, wo sie bleiben sollten. Watsons innere Uhr sagte nach 5 Minuten: los fang mal an dich vorsichtig anzunähern, aber Frank bekam das gut in den Griff, und da die Zeit eh abgelaufen war, hatten diese 5 Teams alle bestanden.

5 strahlende Halter kamen uns skeptischen 6 Teams entgegen, als wir die Plätze tauschten. Und auch hier glichen sich die Bilder. Lenny dachte wohl, was Watson kann, kann ich schon lange, aber auch hier waren die 5
Minuten erfüllt.

Willis Gesichtszüge entspannten sich, denn das war wohl die schwierigste Übung für unsere Hunde, aber es stand fest:

Alle 11 Teams hatten bestanden, nicht einer war durchgefallen!

Wir waren stolz, dass wir es geschafft haben, froh, dass Willi uns so gute Tipps geben konnte, dass er sich um jeden einzelnen so gekümmert hat und diesen  Erfolg zu einem großen Teil damit ermöglichte.

Die Prüfer mussten jetzt rechnen, die Hunde durften toben, und wir bestellten uns Essen in einer Pizzeria. Dann wurden die Urkunden überreicht, ein Buchgeschenk für die Teams und ein Leckerli für den Hund. Herr Seitz und Herr Scheurenbrand wurden aber auch mit einem kleinen Dankeschön bedacht, und zu guter letzt bekam Willi von den Teams ein Präsent überreicht.

Während wir unsere Nudeln und Pizzen verputzen, wurde viel erzählt und gelacht, und irgendwo hörte ich von
irgendwem das Wort Begleithundeprüfung und dachte nur: Nach der Prüfung ist vor der Prüfung...


Team-Teilnehmer:
 


Ergebnis:
 

Tanja/ Lenny:

 

108 Punkte, 1. Platz

Frank/ Hannes von der Bevermeute:

 

108 Punkte, 1. Platz

Sabine/ Olli:

 

96 Punkte,   1. Platz

Katja/ Bera vom Varler Land:

 

96 Punkte,   1. Platz

Vivian/ My little fellows Mr.Clipper:

 

96 Punkte,   1. Platz

Marlies/ Jack:

 

94 Punkte,   2. Platz

Jutta/ Fluse:

 

94 Punkte,   2. Platz

Thomas/ Rodan Pa-Bo-Ma:

 

92 Punkte,   2. Platz

Martina/ Image Inca from Chirpy Fellows:

 

91 Punkte,   2. Platz

Steffi/ Pauline:

 

89 Punkte,   2. Platz

Hannelore/ Breezy Venice of Justine`s Pack:

 

87 Punkte,   3. Platz

 

 

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