Gemeinsam über Stock und Stein

Beagles und ihre vierbeinigen Freunde waren gemeinsam in Wengern unterwegs. Fotos. Agentur SHT

 

Wengern.

„Beagle sind ganz besondere Tiere, denn sie sind liebenswerte Familienhunde und haben eine praktische Größe,“ schwärmt Herbert Engelmann (63),

1. Vorsitzender der Landesgruppe Ruhrgebiet im Beagle-Club Deutschland.

An die 22 Menschen und mindestens eben so viele Hunde tummeln sich auf dem Parkplatz des Hotel Elbschetal in Wengern.

Die Zweibeiner vertreiben sich die Wartezeit mit Kaffee und Kuchen, während die Vierbeiner schon ungeduldig von links nach rechts laufen.

„Einmal im Monat treffen wir uns für einen knapp zweistündigen Spaziergang. Die werden immer wechselnd von unseren Mitgliedern ausgerichtet.

Danach gehen wir zusammen Mittagessen“, erklärt Hannelore Engelmann (56).

Auffällig in dem Gewusel von kleinen Beaglen ist ein großer, langhaariger Hund. Ben (10) ist ein Setter-Retriever-Mischling.

Der Therapiehund nimmt mit seinem Beagle-Kollegen Gustav (3) und Besitzerin Christiane Rohrbach (46) an der Wanderung teil.

Die Pflegewissenschaftlerin erzählt: „Ben und Gustav wurden in einer zweijährigen Zusatzausbildung zu Therapiehunden ausgebildet.

Nun arbeiten sie zehn Stunden im Monat in einem Kinderhospiz. Die Hunde helfen den Kindern, ihre körperlichen Grenzen wahrzunehmen,

beispielsweise durch das Füttern oder Streicheln. Außerdem werden die schwerbehinderten Kindern abgelenkt und können entspannen“.

 

Cooper ist ein Streichelhund

Schließlich kommen auch Cooper und sein Frauchen an. Der vierjährige Rüde hatte vorher noch in einem Altersheim einen wichtigen Termin.

Sie habe immer eine ehemalige Nachbarin im Altersheim besucht und dann den Hund bekommen, so Besitzerin Silke Schmidt (45).

„Ich habe dann gefragt, ob ich Cooper mal mitbringen darf, und die alten Leute waren von ihm begeistert.

Jetzt geht er regelmäßig als Streichelhund ehrenamtlich in Altersheime“.

 

Die Prozession setzt sich in Bewegung. Es geht vom Dorf Wengern durch das Elbschetal zum Pastoratberg und wieder zurück.

Obwohl bis auf Ben und einen Dackel alle Hunde Beagle sind, kann man deutliche Unterschiede zwischen den Tieren feststellen.

„Wenn Beagle eine etwas spitzere Schnauze haben und etwas kleiner sind, dann sind es meistens Laborhunde gewesen“,

sagt Trainerin Katja Fuhr (45). „Die Tiere sind oft traumatisiert, wenn man sie aus den Laboren rausholt.

Sie kennen weder Gras noch Kauknochen und reagieren mit Angst und Panik. Da helfen nur Liebe, Geduld und ganz viel Zeit.

Wenn dann ein Laborbeagle Anschluss gefunden hat, ist er sehr anhänglich und treu.“

 

Sogar eines der Gründungsmitglieder ist dabei: Heinrich Schäfer (74) gründete vor 30 Jahren mit seiner Ehefrau und weiteren Beaglefreunden die Landesgruppe

 „Amy ist jetzt unsere dritte Hündin und nach ihr ist auch Schluss. Wir werden uns dann keinen weiteren Beagle mehr holen.“

Auf die Frage, warum Amy eine Bernsteinkette trägt, antwortet er schmunzelnd: „Das soll gegen Zecken helfen.

Es gibt da verschiedene Theorien, zum einen die, dass die Zecken den Geruch des Harzes nicht mögen.

Amy hat zwar von Zeit zu Zeit ein paar Zecken, aber wer kann schon wissen, ob es ohne Kette nicht noch mehr wären?!“

 

 

Eigene Bilder:

 

 

 

 

 

 

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